AHA's Blog

Wissen(be)wahrung und -(ver)teilung mit Lotus Notes

6. Dezember 2010
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In der Unternehmensberatung haben wir nach einem Verfahren gesucht, mit dessen Hilfe wir unsere Projektergebnisse, -erfahrungen und Hilfsmittel sichern und für Folgeprojekte auch anderen Beratern zur Verfügung stellen können.

Im Folgenden habe ich versucht die wesentlichen Anforderungen zusammenzufassen:

Motivationsaspekte – die Berater sind ständig unter Zeitdruck im Projekteinsatz bei Kunden. Sie sind an dem Umsatz, den sie beim Kunden erwirtschaften beteiligt, die Motivation Dokumentationsaufgaben zu erledigen, die nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit ihrem Kundenauftrag stehen, also nicht vom Kunden bezahlt werden, ist ziemlich gering.

– die Eingabe von Projektunterlagen sollte möglichst einfach ohne größere Umformatierungen vom Berater selbst durchgeführt werden können

– die Handhabung von Tools sollte bekannt sein bzw. sehr intuitiv erfolgen

– ein Projekt wird erst dann formal abgeschlossen, wenn die Projektergebnisse eingereicht wurden

– die Suche nach Projektergebnissen ist mit Hilfe von Keywörtern und Kategorien möglich, dabei können Projektergebnisse aufgrund ihres häufigen Querschnittcharakters mehreren Kategorien und Keywörtern zugeordnet werden

– die Bereitstellung von guten Inhalten kann honoriert werden

Qalitätsaspekte – Inhalte veraltern innerhalb von ca. 2 Jahren, auch wachsen immer wieder neue Themenfelder, so dass Kategorien und Keywörter angepasst werden müssen

– es gibt eine Instanz die die Dokumente qualitativ überprüft und regelmäßige Veralterungskontrollen durchführt, sowie die Kategorien und Keywörter vorgibt und pflegt

– es gibt eine Recherche-Instanz die neben externen Quellen auch in der internen nach passenden Inhalten für die Berater recherchiert

Sicherheitsaspekte – Projektergebnisse und -erfahrungen sind das Kapital eines Beratungsunternehmen

– die Inhalte sind intellektuelles Kapital, der Zugriff auf die Inhalte ist nur für die Berater der Firma gedacht

– es sollte nicht möglich sein, dass Projektergebnisse massenweise auf einmal heruntergeladen werden können und jemand sie verlieren kann oder auch damit verschwinden kann, intensives Herunterladen sollte über Protokolldateien verfolgt werden können.

Kostenaspekte

– es sollte untersucht werden, ob eine vorhandene Plattform genutzt werden kann ohne dass hohe Änderungskosten (> 50000 EUR) anfallen

– Schulungsaufwände sollten 1/2 Tag pro Berater nicht übersteigen

 

Auf Basis der Anforderungen haben wir uns entschieden Lotus Notes als Werkzeug zur Wissenssicherung und -(ver)teilung einzusetzen.

Folgendes sprach dafür:

Lotus Notes war als Kollaborationsplattform schon seit einigen Jahren im Einsatz. Die Berater nutzen es als Email Kommunikationsmittel, sie setzten LN Datenbanken zur Projektdokumentationen/Projektteamraum ein, und zu verschiedenen Technologie-Themen und Methoden wurden Inhalte bereits in entsprechenden Lotus Notes Datenbanken gepflegt und abgerufen. Die Berater sind den Umgang mit Lotus Notes Dokumenten gewöhnt und die Handhabung der Umgebung ist ihnen vertraut.

In Lotus Notes Dokumente können die Projektdokumente in ihren üblichen Formaten (MS Powerpoint, Word, Excel, Access, HTML, ) sehr einfach eingefügtwerden und in vorgefertigte Kategorien und Keywörter eingeordnet werden. Inhalte können von den Beratern mit Hilfe der Kategorien und Keywörter gesucht werden, es ist auch eine Inhaltssuche über die Lotus Notes Dokumente möglich. Inhalte können verlinkt werden mit den Inhalten anderer Datenbanken, die zu diesem Inhalt passen oder im Projekt zusätzlich genutzt wurden.

Gefundene Dokumente können von den Beratern beurteilt werden, in wie weit sie hilfreich waren. Somit können die Produzenten von Dokumenten, die vielfach von Beratern herangezogen und positiv beurteilt wurden, ermittelt und für ihre Arbeit belohnt werden.

Die Lotus Notes Dokumente werden ohne ihre Dateianhänge als Abstract auf eine separate Datenbank gespiegelt. Diese Datenbank kann jeder Benutzer lokal auf seinem Rechner vorhalten. Eine Suche und Eingrenzung der Inhalte ist auf dem lokalen Rechner möglich. Um an die Dateianhänge zu gelanden, muss auf eine der zentralen Repliken zurückgegriffen werden. Aus Sicherheitsgründen können diese Dateianhänge immer nur für einzelne Lotus Notes Dokumente heruntergeladen werden, sobald die Berater mit dem Unternehmens VPN verbunden sind. Damit ist sichergestellt, dass die Berater nicht mit dem gesamten gespiegelten intellektuellen Kapital auf ihren Rechnern herumlaufen, sondern sich die Inhalte erst mit der Zeit nach häufigen „Suchen, Finden und Downloaden“ ansammeln.

Eine Weboberfläche ermöglicht den Zugriff auf die Datenbank, die Suche nach Inhalten und den Download der Projektergebnisse.

Durch das Verlinken aus der Projektdatenbanken, wird die Eingabe der Projektergebnisse in das Wissenswerkzeug als letzte Aufgabe der Projektdokumentation bei Projektabschluss festgehalten und bestätigt.

Insgesamt verlief die Einführung dieses Wissenswerkzeug recht problemlos. Jeder Berater konnte in kürzester Zeit mit damit umgehen. Es fehlen zwar Funktionen die moderne Wissensdatenbanken bei der Suche von Inhalten zur Verfügung stellen, aber dafür ist die Eingabe und das Wiederauffinden der Dokumente sehr einfach. Die Berater wissen meistens auch ungefähr nach welchen Projektergebnissen sie suchen. Meistens sind die Kunden bekannt, bei denen ähnliche Ergebnisse schon einmal erzielt wurden oder die Namen der damaligen Berater sind bekannt. Die Implementierung ging sehr schnell und der Kostenrahmen wurde nicht ausgeschöpft. In der Folge hat sich bewährt, dass zwei Rechercheinstanzen die Kontrolle über die Datenbanken hatten und – neben ihrer allgemeinen Recherchearbeit – die Inhalte regelmäßig überprüften. Ansonsten hätten Keywörter und Kategorien überhand genommen und eine effektive Suche wäre sehr schnell schwierig geworden, auch wäre sicherlich mittlerweile der Überalterungseffekt eingetreten.  Durch die Kontrolle der Rechercheinstanzen ist auch aufgefallen als von einem lokalen Rechner über das gewöhnliche Maß hinaus Dokumente heruntergeladen wurden…..

 

 

 

 

 


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Staplerfahrer Klaus oder Mr. Einzelhandel

19. April 2010
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In unserer Studiengruppe mussten wir uns mit dem Thema Medienproduktion auseinander setzen. Als Gruppenaufgabe hatten wir die Aufgaben zu überlegen wie die Elemente Text, Bild, Ton und Video didaktisch sinnvoll in einem WBT für den Einzelhandel eingesetzt werden könnten. Das Thema des WBT lautet „Wie man ein Beratungsgespräch optimal strukturiert?“.

Das Schöne war, dass die Aufgabe vor gab, dass ein umfangreiches Budget zur Verfügung steht, und wir uns somit nicht mit Budgetfragen auseinander setzen mussten, sondern unseren Wünschen freien Lauf lassen konnten. So war auch meiner Meinung nach unsere Kreativität sehr gross.

Es gab allerdings Diskussionen darum, dass wir eigentlich das Szenario erst noch einmal ganz von vorne didaktisch analysieren müssten – also, Lernziele, Lerninhalte und Methoden u.s.w detailliert festlegen, um das Mediendesign auch richtig didaktisch begründen zu können. Die Angaben in der Aufgabenstellung waren uns dafür eigentlich zu dünn. Auf der anderen Seite hätte dies aber unseren Zeitrahmen gesprengt und wir haben daher uns ein bisschen zwischendurch gemogelt.

Mit hat gut gefallen, dass wir dennoch unseren Medieneinsatz gut begründen konnten. Da es sich bei einem Beratungsgespräch um einen Prozess handelt, fanden wir das Element Video am Besten geeignet um die Inhalte zum Lernenden zu transportieren. Zur Aktivierung des Lernenden haben wir uns entschlossen das WBT mit einem „schlechten Beispiel“ zu starten und den Lernenden gleich zu Beginn mit der Fragestellung zu konfrontieren, was aus seiner Sicht in diesem Beratungsgespräch hätte anders gemacht werden müssen. Dies sollte als Motivation dienen im weiteren Verlauf alles über ein optimal strukturiertes Beratungsgespräch zu erfahren. Für den Transfer der Lerninhalte haben wir uns aus dem gleichen Grund auch für Videosequenzen und kurze Comic-Animationen  als „gute Beispiele“ entschieden. Zur besseren Einprägung und Betonung des Wesentlichen setzen wir zwischendurch Text als Zusammenfassungen mit Aufzählungscharakter ein, dann aber auch immer in der gesprochenen Form. Mit Bildern arbeiten wir nur zum Schmuck und zur Stimmungsvermittlung im Start- und Abschlußbildschirm.

Das Senarion gefällt mir insgesamt. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob mir persönlich die Mischung aus Videosequenzen und Animation nicht doch etwas zu bunt ist. Ich selbst hätte wahrscheinlich nur auf Videosequenzen und gesprochenem Begleittext und die erwähnten Zusammenfassungen gesetzt. Das hätte für mich das WBT vereinfacht und in der Struktur durchgängiger gemacht. Allerdings kann man dies auch von der Seite betrachten, dass gerade aufgrund der Vielfalt sich unterschiedliche Lerntypen angezogen fühlen – nach dem Motto „für jeden etwas dabei…“.


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Fertig! und jetzt?

23. Februar 2010
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Für den Elternverein, der die Kindertagesstätte betreibt, in der meine Kinder betreut werden, habe ich vor vier Jahren einen Internetauftritt entwickelt. Ich gehöre zum Vorstand des Vereins und habe angeboten dieses Projekt verantwortlich durchzuführen. http://www.villa-loewenzahn-roesrath.de/ .  Ähnlich wie in der Fallstudie, die wir im Studium bearbeiten, hat es auch hier ein Team gegeben, dass sich teilweise aus Vorständen zusammensetzte und auch hier hat es zeitliche Verzögerungen gegeben, weil die Inhalte nicht wie geplant erstellt und übergeben wurden. Allerdings hat dies nicht zu Konflikten geführt, weil es keine äusseren Terminzwänge gab. Ähnlich wie im vorgegebenen Fall, habe auch ich den überwiegenden Teil der Inhalte selbst geschrieben und in den Korrekturläufen sehr wenig Feedback erhalten. Allerdings war den Beteiligten im Vorstand und dem Erzieherinnen-Team der Tagesstätte klar, dass sie ihrer Verantwortung nicht richtig nachkamen. So wurden zeitlichen Verschiebungen und auch den Arbeitsergebnissen zugestimmt. Wir haben einen Pilotauftritt erstellt und dann  im weiteren Verlauf nach und nach überarbeitet. Nach Freigabe und Life-Gehen des Auftrittes war das Projekt abgeschlossen. Die im Anschluss notwendige Pflege und Wartung ist eine wiederkehrende Tätigkeit und sollte nicht als Projekt verstanden werden. Bei uns schlägt sich das vorwiegend in kleineren Anpassungen an den Inhalten nieder, z.B. neue Termine, Photos, Beitragstabellen einstellen, Sicherungen, etc. Nur grössere Änderungen, die im Laufe der Zeit an der Homepage erfolgen, wird man typischerweise wieder als Projekt aufsetzen.
Für eine weitere Zusammenarbeit derjenigen, die am Projekt beteiligt waren, ist es wichtig noch einmal gemeinsam das beendete Projekt zu reflektieren und zu besprechen, wie zukünftig aufgetretene Schwierigkeiten vermieden werden sollen.
Bei der Übergabe in Pflege und Wartung sollte nach meiner Erfahrung auch folgendes beachtet werden;
– es ist notwendig, dass der Internetauftritt ordentlich dokumentiert ist. Insbesondere dann, wenn sich die Verantwortung für die Pflege ändert oder wenn ein nächstes Projekt aufgesetzt werden soll, müssen die Informationen zur bestehenden Umgebung vorliegen.
– im Vorstand sollte besprochen werden, welche Aufgaben zur Pflege und Wartung des Internetauftritts gehören (z.B. Inhalte anpassen) und welche nicht (z.B. eMails beantworten) .
– es muss vereinbart werden, in wie weit Änderungen ohne vorherige Abstimmung im Vorstand gemacht werden können und welche Arten von Änderungen erst vom Vorstand freigegeben werden müssen.
– der Erwartung, dass quasi auf Zuruf geändert werden kann, sollte im Vorfeld begegnet werden. Es müssen zeitliche Vorgaben gemacht werden, wann Pflege und Wartung erfolgen kann und welcher Vorlauf für Pflegemassnahmen benötigt werden. Hier kann zum Beispiel abgestimmt werden, dass Änderungen an Inhalten in quartalsmäßigem Rhythmus gesammelt und dann in einem Update zur Verfügung gestellt werden. Es kann aber auch notwendig sein ausgewählte Inhalte, z.B. Temine, monatlich neu einzustellen. Dazu muss vereinbart werden, dass Änderungsbedarf bis zu einem bestimmten Stichtag vorliegt.
– Für Änderungen, die im Rahmen eines neuen Projektes erfolgen, sollte erst wieder ein Konzept erarbeitet und im Vorstand besprochen und freigegeben werden und eine neue Projektplanung erfolgen.


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Die Rolle der didaktisch methodischen Struktur

14. Februar 2010
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Die didaktische Struktur eines medialen Lernangebotes ist für mich ein wichtiger Faktor der den Charakter des Lernangebotes mitbestimmt. Hier entscheidet sich ganz wesentlich ob in einem Lernangebot der Lernweg für den Lernenden eher offen gehalten ist oder eher vorgegeben ist. Die Entscheidung wird getroffen zwischen einer sequentiellen und einer logischen Struktur. In einer sequentiellen Struktur ist der Lehrstoff hierarchisch aufgebaut, die Lehrinhalte werden schrittweise präsentiert. In einer logischen Struktur ist der Lehrstoff flach gegliedert. Um den Lehrinhalte zu verstehen, muss der  Lehrstoff nicht in einer bestimmten Reihenfolge durchgearbeitet werden.  Faktoren, die die Entscheidung in die ein oder andere Richtung beeinflussen sind nach dem Studienbrief von Dr. Ilke Heller Merkmale aus der Zielgruppenanalyse, wie z.B. die Homogenität der Zielgruppe, der Lernstil der Lernenden, die Motivation und das Vorwissen.

In der Fallstudie, die ich im Studium mit meiner Lerngruppe behandelt habe, waren für mich insbesondere das Vorwissen und die Motivation der Lernenden entscheidend. Zusätzlich spielte für mich der Anwendungskontext der Lerninhalte und des Lernziels eine entscheidende Rolle, nämlich Arbeitsabläufe zu vermitteln, die auf  Qualitätsstandards überprüft und überarbeitet worden sind. Arbeitsabläufe folgen einer sequentiellen Struktur daher ist es naheliegend diese auch in einer sequentiellen Struktur zu vermitteln, außerdem muss sichergestellt werden, dass alle Mitarbeiter die gleichen Basis-Informationen erhalten. Das WBT richtet sich u.a. an  ungelernte und neue Arbeitskräfte und die Motivation der Lernenden ist extrinsisch. Bei diesen Merkmalen muss ich aus meiner Sicht einen Lernweg vorgeben und die Abläufe und Strukturen möglichst so präsentieren, wie sie in der Praxis vorkommen, ansonsten sind diese Lernenden überfordert und können das Präsentierte nicht umsetzen.  Um auch den erfahrenen Mitarbeitern ein interessantes Lernangebot zur Verfügung zu stellen, könnte eine Mischung aus sequentieller Struktur mit Möglichkeiten aus dieser Struktur herauszuspringen und Zusatzinformationen zu recherchieren konzipiert werden. Auch hier muss berücksichtigt werden, dass die Motivation extrinsisch ist und dass nicht erwartet werden kann, dass sich die Lernenden die im Minimum zu bearbeitenden Lerninhalte selbst zusammensuchen.


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Das erste Medienprojekt

29. Januar 2010
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Endlich habe ich eine genauere Vorstellung für mein erstes Medienprojekt entworfen. Ich plane dieses Projekt für und mit  einer der örtlichen Grundschulen durchzuführen. Die Schulleitung und die Lehrerschaft habe ich dafür gewinnen können.

Wir möchten gemeinsam ein Konzept für ein Medien-Pilotprojekt erarbeiten und dieses Konzept im folgenden Schuljahr umsetzen.  Im Rahmen dieses Pilotprojektes möchte die Grundschule erste Erfahrungen mit der Nutzung und dem Einsatz neuer Medien (Computertechnologien) im Unterricht sammeln.

Der Lehrplan für die Grundschulen in NRW sieht den Erwerb von Kompetenz im Umgang mit Computern bei Grundschülern vor, macht allerdings sehr wenig konkrete Vorgaben dazu. Auch existiert eine  Erwartungshaltung seitens der weiterführenden Schulen gegenüber den neuen Schülern hinsichtlich Basiskompetenzen im Umgang mit Medien, aber auch diese ist nicht systematisch formuliert oder begründet. Hier möchte die Grundschule für sich eine Vorstellung gewinnen, was der Erwerb von Medienkompetenz für Grundschüler bis zum Übergang in die weiterführenden Schulen bedeutet und beinhalten sollte, und wie Schulunterricht mit Unterstützung neuer Medien als sinnvolle Ergänzung zu traditionellen Medien gestaltet sein kann, um dieser Vorstellung zu entsprechen.

Bisherige Ansätze neue Medien im Unterricht einzusetzen verblieben ohne Erfolg aufgrund fehlender technischer Voraussetzungen und Mittel, fehlender Betreuung der Technik, fehlender Unterstützung in der didaktischen Gestaltung und an Widerständen in der Lehrerschaft.

In diesem Pilotprojekt soll ein Unterrichtsentwurf für das  4. Schuljahr erfolgen und in einer ausgewählten Klasse des kommenden 4. Schuljahres umgesetzt werden. Mit Hilfe dieses Pilotprojektes versprechen wir uns, dass

  • wertvolle und nachhaltige Erfahrungen in der Gestaltung von mediengestützten Unterricht und Lernangeboten, die den Erwerb von Medienkompetenz als eine Zielsetzung verfolgen, gesammelt werden.
  • das Pilotprojekt als Werbung genutzt werden kann, um Widerständen in der Lehrerschaft eventuell auch in der Elternschaft zu begegnen und eine Diskussion von Pros und Cons auf der Basis gewonnener Erfahrungen geführt werden kann
  • Voraussetzungen und benötigte Mittel für die Erweiterung des Konzeptes auf alle Klassen des erprobten Schuljahres und darüber hinaus auf die anderen Schuljahre besser eingeschätzt werden können
  • Das Pilotprojekt als Werbung genutzt werden kann, um an finanzielle, technische und personelle Mittel zu gelangen

Als meine Aufgabe und in meiner Verantwortung sehe ich die Konzeption des mediendidaktischen Entwurfes und die Analyse der Voraussetzungen für eine Umsetzung und die dafür benötigten Mittel. Für die schulfachlichen Inhalte laut Lehrplan und die Fachdidaktik benötige ich die Unterstützung der Fachlehrer bzw. des Klassenlehrers der Schulklasse. Für die Planung und Bereitstellung der Technik werde ich weitere Unterstützung benötigen. Diese kann eventuell aus der Elternschaft der Schule erfolgen. Die notwendige Technik für das Pilotprojekt erhoffen wir uns aus Spenden sicherzustellen.

Als nächstes muss ich meine Pläne in einem Exposé darlegen und mit meiner Tutorin abstimmen, so dass das Exposé hoffentlich in meinem Studiengang kreditiert wird.


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Spielend Lernen – Lernen Spielen

17. November 2009
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Im täglichen Leben bin ich eigentlich kein Computer- oder Online-Spieler. Ich spiele gerne, aber dann eher Gesellschaftsspiele am Tisch mit meinen Kindern oder mit Freunden. Die Jungs haben aber die Computerspiele am Bildschirm schon entdeckt. Ab und zu dürfen sie am Computer spielen und mögen „Nils Holgersson“ und „Frag doch mal die Maus“ oder als Webspiel „Tom und sein Erdbeermarmeladebrot mit Honig“. Die ersten beiden sind Spiele bei denen die Kinder spielend auch lernen. Dies geschieht bei Nils Holgersson quasi beiläufig. Auf dem Flug des kleinen Nils mit den Wildgänsen sind beim Spielen kombinatorische Aufgaben zu erledigen, z.B. die richtige Kombination für ein Schloss zu finden, um sich selbst aus dem Käfig zu befreien oder Fragen zu beantworten, um aus einem Labyrinth von Höhlen zu entkommen. Die Aufgaben sind dabei direkt mit dem Spielablauf verknüpft. Es sind aber auch Reaktions- und Geschicklichkeitsspiele dabei. Ähnlich geartete Aufgaben gibt es auch bei „Frag doch mal die Maus“ – hier ist das Ganze jedoch nicht in eine Story eingebettet. Mit Tom kann ein Kind eine Geschichte aus mehreren Alternativen aktiv weiterentwickeln. Der Lerncharakter ist hier nicht so direkt erkennbar. Das Spiel fördert allerdings bei den Kleinen ungemein die Phantasie und den Spass daran Entscheidungen zu treffen. Es eignet sich darüber hinaus hervorragend, wenn ein Kindergartenkind den Umgang mit Maus und Bildschirm lernen möchte. Die Spiele sind sofort spielbar, in dem Sinne folgen Sie der Grundregel des Game Designs (nach Kerres Bormann, Vervenne). Die Spielidee erschliesst sich sofort oder ziemlich schnell während des Spielens.

Serious Games versuchen bewusst Spielen mit Lernen zu verbinden. Anders als traditionelle Lernspiele oder Elearning-Einheiten versuchen sie „Motivationsmethoden aus digitalen Unterhaltungsspielen zu nutzen, um ihre Lernziele zu verfolgen“ (vgl. Bopp). Manche beschränken den Begriff gleich auf 3-dimensionale Lernspiele, die virtuelle Realität als Spielumgebung, eine Story und die Beziehung zwischen einem Spieler und einem virtuellen Character nutzen, um Lernaktivitäten anzuregen.

Bei den vorgenannten Spielen für Kinder trifft diese Begriffsverständnis ganz gut auf Nils Holgersson zu. Das Spiel hat eine Story und der Spieler schlüpft in die Person des Nils Holgersson. Die Spielumgebung ist zwar nicht dreidimensional, aber dennoch als detaillierte Landschaft dargestellt. Die Motivation zu Spielen wird besonders dadurch noch verstärkt, dass die Kinder in die Rolle einer Figur schlüpfen können, die sie durch Buch und TV-Serie schon kennen und lieben.

Gelegentlich umfasst der Begriff aber auch digitale Werbespiele, Spiele, die in politischen Kampagnen eingesetzt werden oder auch auf Spiele aus dem Bereich der bildenden Kunst. In diesem weiten Sinne verwendet sind dann zwar alle Digitalen Lernspiele Serious Games, aber nicht alle Serious Games sind Digitale Lernspiele. (vgl. Wiki).

Ich selbst habe mich dann auch mit Serious Games für Erwachsenere beschäftigt. Zuerst habe ich mir MintyScience angeschaut. Minty Science wird mit der Absicht entwickelt die Welt der modernen Lernspiele mit der Welt der wissenschaftlichen Simulationen zu verknüpfen. Es ist ein 3D-Spiel, dass sich an Jugendliche an den weiterführenden Schulen richtet, die in digitalen Räumen auf wissenschaftliche Entdeckungstour gehen. Ziel ist es eine Umgebung zu schaffen, in dem die Kinder dem natürlichen Drang zum Experimentieren nachgehen können und sie zum wissenschafltiche Spielen und Ausprobieren zu ermutigen. Es sind im Moment 3 Räume zu besuchen, die Experimente zur Physik, Chemie und Biologie bergen. Das Spiel birgt keine Story. Die Motivation ist Neugierde und Forscherdrang . Die Spielidee ist es mit den zur Verfügung gestellten Materialien zu experimentieren. Dazu gibt es Hilfestellung in Form von Arbeitszetteln, die an den Arbeitsbänken herumliegen und dem Spieler ein Experimentaufbau erklären und dazu Fragen stellen, im Sinne von „Was passiert, wenn du…“. Der Spieler hat aber dabei durchaus die Möglichkeit Unfug bzw. „echte“ Fehler zu machen, z.B. einen Stromkreislauf kurz zu schliessen, und erfährt dann auch wirklichkeitsgetreu die Folgen (man kann es nur noch nicht riechen 😉 ).

Eine magische Brille erlaubt dem Spieler sich aus der realen virtuellen (!) Welt abzuheben und Dinge zu sehen, die sonst nicht gesehen werden können, weil sie z.B. zu klein oder zu gross sind – z.B. das Verhalten der Elektronen in einem Stromkreis zu beobachten –  oder in der Zeit zu wandern und die Konstellation der Planeten in einem Modellsonnensystem entsprechend zu verändern.  Ein Avatar ist anwesend, der den Spieler durch die Räume führt.

Ich selbst habe mich direkt im Physik-Raum wiedergefunden und erfreut festgestellt, dass ich hier einen Stromkreis aufbauen kann, wie früher im Physiklabor. Aber als ich durch die Räume gewandert bin, habe ich mich gewundert, dass ich den Chemie und Biologie-Raum leer fand, und der Avatar nur leere Runden drehte und immer wieder in den Physik-Raum zurückkehrte. Ich habe dort ein bisschen weiter herumprobiert, aber gemerkt, dass meine Frustrationsgrenze momentan recht niedrig ist. Dann habe ich mir die Homepage des Spiels noch einmal genauer angeschaut und festgestellt, dass sich das Spiel noch in der Entwicklung befindet und ich mit einem Halbfertigprodukt (Rel 0.2) gearbeitet habe. Wer lesen kann ist klar im Vorteil )-: .

So gesehen, denke ich das dieses Spiel echte Potenziale hat, denn es scheint die Experimente tatsächlich wirklichkeitsgetreu nachzubilden und läd ein sofort loszulegen und auszuprobieren. Mit Hilfe der magischen Brille werden darüberhinaus Abläufe sichtbar gemacht, die im realen Versuchslabor in der Schule nicht zu sehen sind.

„My aim is to create a simulated 3D environment with the look and feel of a modern game but the educational value of a simulation.“(Steve Howell)

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kupferne Hochzeit

12. Oktober 2009
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Gestern abend waren wir bei Freunden in den Niederlanden bei einer Feier anlässlich Ihres 12,5-jähirgen Hochzeitstag. Im Vergleich zur silbernen oder goldenen Hochzeit ist dies ist die „koperen bruiloft“ also die kupferne Hochzeit. Dieses Fest habe ich jetzt in Holland schon das zweite Mal mitgefeiert. Im Vorfeld waren unsere Bekannten in Deutschland überrascht und haben gefragt, ob dies in Holland üblich ist zu feiern. Umgekehrt in Holland waren alle überrascht als wir sagten, dass dies in Deutschland unseres Wissens nach überhaupt nicht üblich ist zu feiern. Auf der anderen Seite – nachdem ja die Ehen im Durchschnitt immer früher geschieden werden – ist dies sicherlich ein sehr pragmatischer Ansatz. Die Holländer sind für mich auch ein sehr viel pragmatischeres Volk als die Deutschen. Nach der Idee habe ich es leider schon verpasst meine hölzerne (5) , eiserne (6) und wollene (7)  Hochzeit zu feiern, aber wir könnten noch schnell die bronzene (8) nachholen…


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wer die Wahl hat, hat die Qual

15. September 2009
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Ich habe das erste Mal ein WBT gezimmert. Es ist eine kurze Weinschule für die Nicht-Weinexperten unter den Weingeniessern.

Ehrlich gesagt kann man das Gleiche (und mehr ;-)) auch im Wiki lesen. Aber naja, es war eine Studienaufgabe, in der wir uns mit Authorentools im Zusammenhang mit e-learning beschäftigen sollten. Das Ganze hat unheimlich lange gedauert, insbesondere deshalb, weil mir die Auswahl des Editors schwergefallen ist.

Ich hatte den Ansatz einen kostenlosen Editor zu verwenden.  Diejenigen, die ich dazu gefunden habe, waren meistens auf Spezialitäten ausgerichtet, sowie z.B. Hot Potatoes zur Erstellung von interaktiven Unterrichtsmaterialin wie Tests, Quiz, Zuordnungsaufgaben u.ä. , oder Wink für das Capturing und die Wiedergabe von Arbeitsschritten am Bildschirm für (Software-)Schulungen.

Interessant ist  CourseLab ein Editor mit WYSIWYG environment zur Erstellung von WBT, CBT oder interaktivem e-learning content. Ich habe auch NVU als voll flexiblen Web-Editor eingesetzt. Aber hier habe ich mich schnell verrannt, weil ich hier alles von Grund auf neu erstellen musste.

Ich habe mich bei dieser Aufgabe dann für den Einsatz von myUdutu entschieden. Interessant finde ich hier, dass dies ein kollaboratives Kurs-Authoring Werkzeug ist. Es ist eine Webanwendung, für die man sich kostenlos bei Udutu registrieren kann. Die erstellten Kurs Objekte liegen alle im Web, das Fertigerzeugnis kann man gegen Entgeld bei Udutu hosten lassen oder kostenlos als ZIP Datei herunterladen und selbst verteilen.  So konnte ich auch in unserem Geschäft am Kurs arbeiten und hatte immer die aktuelle Version der Kursobjekte im Netz verfügbar. Die ZIP-Datei mit dem fertigen Kurs habe ich über BSCW für meine Lerngruppe verfügbar gemacht.

Die WEB Anwendung ist ein Rapid Elearning Editor, der vordefinierte Screens für die Präsentation von Kursinhalten und Assessments anbietet. Es ist sehr einfach zu nutzen und es ist möglich sehr schnell einen einfachen Kurs zu stricken, allerdings habe ich im Verlauf der Kursbearbeitung gemerkt, dass die vorgefertigten Muster mich natürlich wiederum in der Gestaltung sehr einschränkten. Ich konnte meine Vorstellungen nicht wie geplant umsetzen – nach wie vor habe ich immernoch grosse Schwierigkeiten, einen YouTube Film einfach nur einzubinden anstatt ihn als Videoobjekt zu laden.


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Könnt ihr mich hören? – Ich höre nix…

22. August 2009
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Meine Studien-Lerngruppe hat inzwischen immerhin schon 4 Gruppenaufgaben gemeinsam bewältigt und in der 5. Gruppenaufgabe stehen wir mittendrin. Unsere Zusammenarbeit ist von Beginn an von einem respektvollen Umgang und gegenseitiger Wertschätzung der Mitarbeit geprägt. Der Umgangston ist salopp, freundlich und auch persönlich. Durch das Präsenzmeeting am Anfang des Studiums haben wir gegenseitig einen Eindruck bekommen, der sich in persönlichen Onlinekontakten, 1 zu 1, aber auch in Gruppengesprächen via Skype oder Connect gefestigt hat. Die Eindrucksbildung wird ergänzt durch das gegenseitige Aufsuchen der Profile in Xing oder das Lesen und kommentieren der Blogs der anderen Teilnehmer.

Unsere gemeinsame Arbeit gliedert sich meistens in folgende Phasen, die sich automatisch so logisch ergeben haben und deswegen auch von keinem in Frage gestellt werden:

  • Diskussion der Aufgabenstellung und Abstimmung unseres Vorgehens im Lerngruppenchat oder einem direkt nachgelagerten Online-Treffen,
  • individuelle Vorbereitung der Aufgabe (Lesen des jeweiligen Studienbriefes und anderer Materialien)
  • asynchrone Ideensammlung z.B. im Forum oder neuerdings auch mit Hilfe von concept maps
  • synchrones Online-Arbeitstreffen, zur Erarbeitung des Ergebnisses
  • asynchrone Aufbereitung des Ergebnisses (meistens durch 1-3 Personen)
  • asynchrone wiederholte Verbesserung oder Ergänzung durch alle und Abstimmung einer Finalversion
  • Präsentation oder Abschicken des gemeinsamen Ergebnisses an den jeweiligen Fachtutuor

Bisher habe ich die Gruppenarbeit immer so erlebt, dass sich jeder aktiv beteiligt hat und dass Aufgaben und Rollen immer freiwillig abwechselnd übernommen wurden.

Alle Teilnehmer haben sich im Connect – unserem Werkzeug für die Online-Konferenz, diszipliniert an die vereinbarten Kommunikationsregeln gehalten. Am Anfang wurde zwar wie wild nebenbei gechattet, aber das hat kontinuierlich abgenommen, wahrscheinlich weil die Probierphase vorbei ist und wir auch die Erfahrung gemacht haben, dass wir schnell aus der Zeit herauslaufen. Nun wird eigentlich sehr sachbezogen kommuniziert und erst nach Ende des Pflichtprogramms Persönliches ausgetauscht.Damit ist aber auch ein ganzes Stück Spontanität verloren gegangen.

Die Kommunikation in der Gruppe –asynchron über die Foren oder Mail und synchron über Connect und Skype – gibt mir in der Summe das Gefühl präsent zu sein und einer Gruppe von Mitstreitern anzugehören. Wir geben uns gegenseitig Anregungen, wie wir mit einem Stoff, einer Lernaufgabe oder auch mit den weiteren Studienabschnitten umgehen. Auch das Mittel „Feedback geben“ fördert nicht nur die Reflektion, sondern gibt einem auch das Gefühl mit anderen zu interagieren.

Nach meinem Gefühl ist es für den Moderator oder die Moderatorin immer dann schwierig, wenn das weitere Vorgehen nicht mehr klar vor Augen ist oder Uneinigkeit über die Ergebnistiefe oder die Ergebnisstruktur herrscht. Hier ist es bei einer Online-Sitzung schwieriger als bei einem F2F-Meeting einfach kurz mal Dinge auszuprobieren oder sich mit Blickkontakt Zustimmung für einen getätigten Schritt einzuholen.

Meistens kamen wir an der Stelle aber mit dem Mittel der Abstimmung relativ schnell weiter. Dies gibt in dem Moment dem Moderator auch wieder die Sicherheit, dass er alle Teilnehmer mit ihrer Meinung eingefangen hat. In unserer Lerngruppe ist eigentlich auch immer jemand mit einem Hinweis zu Zusatzmaterialien oder einem weiterführenden Link oder Hilfe zur Technik bei der Hand.

Das grösste Hindernis in der Zusammenarbeit stellt meines Erachtens immer wieder die Qualität der Sprachübertragung dar. Unsere Online-Konferenzen sind immer wieder in einem Zustand, dass wir Echo in der Leitung haben oder dass einzelne Teilnehmer nicht zu hören oder nur unterbrochen zu hören sind. Dies verunsichert mich beim Sprechen sehr, weil ich nie weiss, ob die anderen Teilnehmer mich auch verstehen. In diesem Moment fehlen beim Sprechen die non-verbalen Reaktionen der anderen Teilnehmer  wie wir sie im F2F Meeting erfahren. Ich habe das Gefühl, dass es den anderen ähnlich geht und uns allen die Gruppenarbeit signifikant erschwert.

Für mich persönlich habe ich in der Online-Kommunikation festgestellt, dass andere viel spontaner und kommunikativer sind als ich. Sie tauschen sich viel eher über aktuelle Gedankengänge aus, die ich meistens mit mir alleine ausmache, weil ich annehme,  dass sie in diesem Moment doch keinen interessieren. Ich rede in der Gruppen-Kommunikation eher aufgaben- und sachbezogen und spreche über persönliches, mich selbst betreffendes, eigentlich nur im privaten Gespräch oder F2F, wenn ich die Reaktionen des/der Kommunikationspartner besser einschätzen kann.


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Kommunikation ist alles

30. Juli 2009
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Bei meiner Arbeit als IT Management Berater haben wir häufig in Projektsituationen mit verstreut sitzenden Projektmitarbeitern Online-Kommunikationswerkzeuge genutzt. Online-Konferenzen – häufig multikodial mit Ton und Textübertragung – hatten dabei den Vorteil, dass wir Reiseaufwand  sparen konnten, da für Präsenzveranstaltungen für einen grossen Teil der Leute meistens ein ganzer Arbeitstag und mehr einkalkuliert werden musste. Da Onlinekonferenzen im Vergleich zu Face-to-Face-Meetings weniger Zeit beanspruchten, konnten sie auch häufiger abgehalten und flexibler einberufen werden.

Ein grosser Nachteil dieser Online-Veranstaltungen war es, dass keine nonverbalen Reaktionen der Teilnehmer abzulesen waren, und dass man nur sehr schwer die Aufmerksamkeit der Teilnehmer sicherstellen konnte. Teilnehmer waren häufig neben der Konferenz noch mit anderen Dingen an ihrem Computer beschäftigt und verfolgten die Online-Konferenz nur nebenbei zum Nachteil der konstruktiven Mitarbeit in der Konferenz. In einer Face-to-Face-Veranstaltung können diese Teilnehmer gezielt angesprochen werden. Ausschweifen kann in einer Präsenzverantstaltung mit nonverbalen Hinweisen beendet werden, in einer Onlinekonferenz werden häufig die Vielredner reden gelassen derweil die anderen Teilnehmer abschalten (und z.B. beginnen zu chatten).  Auch fehlen in einer Online-Konferenz die nonverbalen Reaktionen anhand derer abgelesen werden kann, ob die Teilnehmer abgeholt wurden bzw. mitkommen und vor allen Dingen, ob sie auch hinter den Arbeitsergebnissen stehen. Häufig stellten wir nach Online-Konferenzen fest, dass Teilnehmer zwar während der Online-Konferenz ein Arbeitsergebnis mit verabschiedet hatten, aber gar nicht wirklich hinter der Lösung standen.

Insgesamt haben wir festgestellt, dass Online-Konferenzen sehr viel stärker vorstrukturiert und gelenkt werden mussten als Face-to-Face-Meetings. Für den Moderator waren sie aus diesem Grund häufig anstrengender als eine Präsenzveranstaltung.

Das Online-Werkzeug, dass ich seit 1990 beruflich am meisten nutze ist eMail.

Die Nutzung von eMails hatte immer insbesondere dann den Vorteil gegenüber einer Face-to-Face Kommunikation, wenn

  • es um Einladungen zu Meetings geht. Auf diesem Weg können sehr effizient viele Leute über Agenda und Setting einer Veranstaltung informiert werden. Die heutige Kalenderintegration erlaubt es auch sehr wirksam einen gemeinsamen Termin zu finden. Vor allen Dingen können wir Informationen wiederholt eingesehen werden. Wir haben auch bei Face-to-Face-Verabredungen in Meetings immer noch einmal hinterher eine eMail-Einladung verschickt
  • wenn eine Verabredung zu einer Vorgehensweise dokumentiert und alle darüber zur Erinnerung noch einmal informiert werden sollten oder wenn eine Vorgehensweise vorgeschlagen wird. Dies erlaubt dem Schreiber den Text in Ruhe zu überarbeiten bis er sachlich und präsize die Vorgehensweise wiedergibt und es erlaubt den Leser sich in Ruhe mit der Vorgehensweise zu beschäftigen und sie auch wiederholt zu reviewen
  • wenn abends gearbeitet wurde und Informationen an diejenigen weitergegeben werden sollten, die nicht anwesend waren, aber am nächsten Morgen sehr früh die Arbeit wieder aufnahmen. Insbesondere galt das auch für das zeitversetzte Arbeiten in unterschiedlichen Zeitzonen.

Der Nachteil war häufig, dass auch Streitereien und Beschwerden per eMail ausgetragen wurden, weil sehr einfach andere auf Kopie gesetzt werden konnten. Man dann häufig gezwungen war auch wieder Stellung zu nehmen und die auf Kopie gesetzten Personen auch darüber wieder zu informieren. Hier kommt es zum einen zu einer Mailflut, bei Sachen, die man face-to-face einfacher aus der Welt hätte räumen können und es werden auch noch Personen involviert, die das eigentlich gar nicht möchten.


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