AHA's Blog

Brain Drain | 6. Oktober 2010

Ich wüßte gern mehr von dem, was mein Vater wußte.

Der Videobeitrag „Japan- Das Wirtschaftswunder ergraut“ zeigt wie sich ein Land, in denen es immer weniger Kinder und immer mehr ältere Menschen gibt, in allen Facetten auf die alternde Bevölkerung einstellt: im Handel, in der Bildung, im Pflegebereich und in der Wirtschaft. Es werden nicht nur Produkte auf ihre Senioren-Tauglichkeit hin angepasst, sondern es entstehen vollkommen neue Produkte, die den immer stärker werdenden Anteil der Alten an der Bevölkerung Rechnung tragen. So werden die Senioren in Japan als wichtiger Wirtschaftsfaktor entdeckt. Dies gilt auch für die Wirtschaft und Industrie. Hier haben Firmen erkannt wie kostbar ältere Mitarbeiter mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung sind. In der Folge ist die Angst der Unternehmer vor dem Verlust des Wissens gewachsen. Zielsetzung dieser Unternehmen ist es Prozesse zur Wissensbewahrung und Wissensteilung in Kraft zu setzen, die in der Praxis zu einem Erfahrungstransfer führen. Älteren Mitarbeitern, die in Ruhestand treten werden Zeitverträge angeboten, um als Trainer für den Nachwuchs zu fungieren und ihre Wissen und ihre Erfahrung an den Nachwuchs in der Zusammenarbeit weiterzugeben. Beim reinen Wissenstransfer bleibt dies in der Praxis jedoch nicht, in der Zusammenarbeit von älteren Mitarbeitern mit viel Erfahrung und jungen Mitarbeitern, die in neuen Methoden geschult sind und neue Ideen und Ansichten mitbringen entsteht in den meisten Fällen immer auch neues Wissen, neue Fähigkeiten und Ideen, so dass hier auch von Wissensentwicklung gesprochen werden kann.

Der japanische Staat fördert den Prozess der Wissensbewahrung – allerdings mehr aus volksökonomischen Gründen -, in dem er das Rentenalter ab 2013 auf 65 Jahre erhöht und gleichzeitig den Firmen vorschreibt den Ruheständlern ein Angebot zur Weiterbeschäftigung machen zu müssen.

Auch Andere haben den Wert langjähriger Erfahrung erkannt und daraus ein Geschäft entwickelt. Das Angebot ist hier Wissen und Erfahrung von Senioren. Agenturen haben sich die Aufgabe der Wissensidentifikation gestellt mit dem Ziel Rentner und Senioren mit gefragtem Erfahrungsschatz an Firmen zu vermitteln. Für die Firmen stellt dies ein Wissenserwerb von außen dar.

Diese Aufgabe hat sich auch das Portal Erfahrung-Deutschland.de gestellt. Hier werden hochkarätige Spezialisten und Manager mit in Jahrzehnten aufgebauter Erfahrung gesucht (Wissensidentifikation) und an Firmen und Projekten für den Erfahrungstransfer also den Wissenserwerb oder die Nutzung deren Wissens für Problemlösungen  vermittelt.

Auch Bildungseinrichtungen haben die Alterspyramide ins Auge gefasst. Sie haben sich der Wissensverteilung angenommen. Das japanische Silvercollege verfolgt die Grundidee Wissen zu verbreiten, das Wissen der Alten durch Schulungen und Kurse zu ergänzen, sie im Anschluss im Unterrichten auszubilden, damit sie dannt über eigene Kurse ihr Wissen weitergeben.

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Veröffentlicht in edumedia, Wissensmanagement

4 Kommentare »

  1. Hallo Andrea,

    sehr interessant fand ich Deine Anmerkung, dass auch der Interaktion von älteren und neuen Mitarbeitern immer auch etwas Neues entsteht. Aus diesem Blickwinkel habe ich das noch gar nicht betrachtet.

    Liebe Grüße
    Christina

    Kommentar von Christina — 10. Oktober 2010 @ 6:18 pm

  2. Hallo Andrea,

    sehr interessant fand ich Deine Anmerkung, dass aus der Interaktion von älteren und neuen Mitarbeitern immer auch etwas Neues entsteht. Aus diesem Blickwinkel habe ich das noch gar nicht betrachtet.

    Liebe Grüße
    Christina

    Kommentar von Christina — 10. Oktober 2010 @ 6:19 pm

  3. Hi,

    ich finde, Du hast die Aussagen der beiden Quellen sehr klar strukturiert herausgearbeitet und die Bausteine nach Probst et al. gut und aus meiner Sicht auch richtig in die Fallbeispiele einsortiert.

    Danke für den schönen Beitrag und Gruß
    Andy

    Kommentar von Andy — 11. Oktober 2010 @ 11:09 am

  4. Hallo Andrea,

    mir gefällt Deine Beitrag sehr gut.
    Du hast die Bausteine sehr anschaulich beschrieben.
    Den Baustein der Wissensentwicklung, den Christina bereits angesprochen hat, habe ich auch nicht so erkannt. Sehr interessant.
    Einzig die Frage „Was muss geschehen, damit das Wissen der älteren Menschen optimal „gemanagt“ wird?“ hast Du nicht (klar) beantwortet.

    Viele Grüße,
    Klaus

    Kommentar von Klaus — 29. Januar 2011 @ 3:45 pm


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