AHA's Blog

Hitzefrei?

Gestern hatte mein Sohn nach der 4. Stunde hitzefrei und ging dann wie 50% der anderen Grundschüler in die Mittagsbetreuung. Dort wurde gespielt, gebastelt, gebaut, da es ja draussen viel zu heiß war. Warum gibt es überhaupt noch hitzefrei, wenn ein großer Teil der Schüler mittlerweile doch in der Schule bleibt? Die Erzieherinnen der Übermittags- oder Ganztagsbetreuung müssen natürlich auch weiterarbeiten. Könnten die Lehrer die ausgefallenen Unterrichtsstunden nicht für Fächer wie Kunst und Musik nutzen, die ansonsten bei Vertretungsnotwendigkeiten schnell hinten ‚runterrutschen? Sinnvoller aus meiner Sicht ist es hitzefrei in den Anfangsstunden des nächsten Tages zu geben, damit die Kinder, denen es am Abend davor viel zu heiß war um einschlafen zu können, den Tag mit mehr Ruhe beginnen können. Mein Sohn zumindest wäre dann heute morgen mit viel besserer Laune in die Schule gestartet.

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Wissen(be)wahrung und -(ver)teilung mit Lotus Notes

6. Dezember 2010
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In der Unternehmensberatung haben wir nach einem Verfahren gesucht, mit dessen Hilfe wir unsere Projektergebnisse, -erfahrungen und Hilfsmittel sichern und für Folgeprojekte auch anderen Beratern zur Verfügung stellen können.

Im Folgenden habe ich versucht die wesentlichen Anforderungen zusammenzufassen:

Motivationsaspekte – die Berater sind ständig unter Zeitdruck im Projekteinsatz bei Kunden. Sie sind an dem Umsatz, den sie beim Kunden erwirtschaften beteiligt, die Motivation Dokumentationsaufgaben zu erledigen, die nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit ihrem Kundenauftrag stehen, also nicht vom Kunden bezahlt werden, ist ziemlich gering.

– die Eingabe von Projektunterlagen sollte möglichst einfach ohne größere Umformatierungen vom Berater selbst durchgeführt werden können

– die Handhabung von Tools sollte bekannt sein bzw. sehr intuitiv erfolgen

– ein Projekt wird erst dann formal abgeschlossen, wenn die Projektergebnisse eingereicht wurden

– die Suche nach Projektergebnissen ist mit Hilfe von Keywörtern und Kategorien möglich, dabei können Projektergebnisse aufgrund ihres häufigen Querschnittcharakters mehreren Kategorien und Keywörtern zugeordnet werden

– die Bereitstellung von guten Inhalten kann honoriert werden

Qalitätsaspekte – Inhalte veraltern innerhalb von ca. 2 Jahren, auch wachsen immer wieder neue Themenfelder, so dass Kategorien und Keywörter angepasst werden müssen

– es gibt eine Instanz die die Dokumente qualitativ überprüft und regelmäßige Veralterungskontrollen durchführt, sowie die Kategorien und Keywörter vorgibt und pflegt

– es gibt eine Recherche-Instanz die neben externen Quellen auch in der internen nach passenden Inhalten für die Berater recherchiert

Sicherheitsaspekte – Projektergebnisse und -erfahrungen sind das Kapital eines Beratungsunternehmen

– die Inhalte sind intellektuelles Kapital, der Zugriff auf die Inhalte ist nur für die Berater der Firma gedacht

– es sollte nicht möglich sein, dass Projektergebnisse massenweise auf einmal heruntergeladen werden können und jemand sie verlieren kann oder auch damit verschwinden kann, intensives Herunterladen sollte über Protokolldateien verfolgt werden können.

Kostenaspekte

– es sollte untersucht werden, ob eine vorhandene Plattform genutzt werden kann ohne dass hohe Änderungskosten (> 50000 EUR) anfallen

– Schulungsaufwände sollten 1/2 Tag pro Berater nicht übersteigen

 

Auf Basis der Anforderungen haben wir uns entschieden Lotus Notes als Werkzeug zur Wissenssicherung und -(ver)teilung einzusetzen.

Folgendes sprach dafür:

Lotus Notes war als Kollaborationsplattform schon seit einigen Jahren im Einsatz. Die Berater nutzen es als Email Kommunikationsmittel, sie setzten LN Datenbanken zur Projektdokumentationen/Projektteamraum ein, und zu verschiedenen Technologie-Themen und Methoden wurden Inhalte bereits in entsprechenden Lotus Notes Datenbanken gepflegt und abgerufen. Die Berater sind den Umgang mit Lotus Notes Dokumenten gewöhnt und die Handhabung der Umgebung ist ihnen vertraut.

In Lotus Notes Dokumente können die Projektdokumente in ihren üblichen Formaten (MS Powerpoint, Word, Excel, Access, HTML, ) sehr einfach eingefügtwerden und in vorgefertigte Kategorien und Keywörter eingeordnet werden. Inhalte können von den Beratern mit Hilfe der Kategorien und Keywörter gesucht werden, es ist auch eine Inhaltssuche über die Lotus Notes Dokumente möglich. Inhalte können verlinkt werden mit den Inhalten anderer Datenbanken, die zu diesem Inhalt passen oder im Projekt zusätzlich genutzt wurden.

Gefundene Dokumente können von den Beratern beurteilt werden, in wie weit sie hilfreich waren. Somit können die Produzenten von Dokumenten, die vielfach von Beratern herangezogen und positiv beurteilt wurden, ermittelt und für ihre Arbeit belohnt werden.

Die Lotus Notes Dokumente werden ohne ihre Dateianhänge als Abstract auf eine separate Datenbank gespiegelt. Diese Datenbank kann jeder Benutzer lokal auf seinem Rechner vorhalten. Eine Suche und Eingrenzung der Inhalte ist auf dem lokalen Rechner möglich. Um an die Dateianhänge zu gelanden, muss auf eine der zentralen Repliken zurückgegriffen werden. Aus Sicherheitsgründen können diese Dateianhänge immer nur für einzelne Lotus Notes Dokumente heruntergeladen werden, sobald die Berater mit dem Unternehmens VPN verbunden sind. Damit ist sichergestellt, dass die Berater nicht mit dem gesamten gespiegelten intellektuellen Kapital auf ihren Rechnern herumlaufen, sondern sich die Inhalte erst mit der Zeit nach häufigen „Suchen, Finden und Downloaden“ ansammeln.

Eine Weboberfläche ermöglicht den Zugriff auf die Datenbank, die Suche nach Inhalten und den Download der Projektergebnisse.

Durch das Verlinken aus der Projektdatenbanken, wird die Eingabe der Projektergebnisse in das Wissenswerkzeug als letzte Aufgabe der Projektdokumentation bei Projektabschluss festgehalten und bestätigt.

Insgesamt verlief die Einführung dieses Wissenswerkzeug recht problemlos. Jeder Berater konnte in kürzester Zeit mit damit umgehen. Es fehlen zwar Funktionen die moderne Wissensdatenbanken bei der Suche von Inhalten zur Verfügung stellen, aber dafür ist die Eingabe und das Wiederauffinden der Dokumente sehr einfach. Die Berater wissen meistens auch ungefähr nach welchen Projektergebnissen sie suchen. Meistens sind die Kunden bekannt, bei denen ähnliche Ergebnisse schon einmal erzielt wurden oder die Namen der damaligen Berater sind bekannt. Die Implementierung ging sehr schnell und der Kostenrahmen wurde nicht ausgeschöpft. In der Folge hat sich bewährt, dass zwei Rechercheinstanzen die Kontrolle über die Datenbanken hatten und – neben ihrer allgemeinen Recherchearbeit – die Inhalte regelmäßig überprüften. Ansonsten hätten Keywörter und Kategorien überhand genommen und eine effektive Suche wäre sehr schnell schwierig geworden, auch wäre sicherlich mittlerweile der Überalterungseffekt eingetreten.  Durch die Kontrolle der Rechercheinstanzen ist auch aufgefallen als von einem lokalen Rechner über das gewöhnliche Maß hinaus Dokumente heruntergeladen wurden…..

 

 

 

 

 


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Kinder im Internet

7. November 2010
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Auf der Suche nach ansprechenden Seiten für Kinder im Internet bin ich dieses Mal auf

http://www.kidsville.de/ gestossen. Eine Seite, die Kinder zumMitmachen einläd – deine Mitmach-Stadt für Kinder im Internet. Kidsville ist ein medienpädagogisches Angebot, dass durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird und Kindern im Grundschulalter Medien- und Internetkompetenz vermitteln soll. Vor allem sollen Kinder erfahren im Internet eigene Texte, Geschichten und Gedichte schreiben und veröffentlichen zu können, mit Anderen in Kontakt zu treten und Informationen zu finden. Die Ameise Formi begleitet die Kinder durch 9 verschiedene Stadtbereiche, die jeweils andere dieser Lerninhalte ansprechen. Z.B. können in der Bibliothek Produktionen Texte, Geschichten und Gedichte anderer Kinder bewundert werden und es sind Tipps und Links zu Kinderliteratur zu finden. Im Atelier wird Hilfestellung zur eigenen Gestaltung von Texten, Bildern und Fotos gegeben und es können eigene Texte veröffentlich werden.  Hier geht es nicht nur um kreative Gestaltung mit Medien, aber auch um kritische Reflektion von Medien, wenn die Frage gestellt wird „Können Fotos lügen?“.
In der Internautenstation werden zwei Internetkurse angeboten, die im wesentlichen instrumentellen Kompetenzen zur Bedienung des Internets vermitteln. Im Rettungsboot finden die Kinder Foren zu verschiedenen Alltagsthemen der Kinder, in denen sie Hilferufe oder einfach nur Kommentare absetzen können. Dazu kommt im Sendezentrum die Möglichkeit mit Email und Chat die Kommunikationsmöglichkeiten im Internet auszuprobieren.  In der Weltzeugkiste finden die Kinder Informationen zur Umwelt und zu Weltbewegendem (Fußball). Im Tiergarten findet sich ein Ratgeber zu Haustieren.  Kidsvilla befindet sich noch im Bau, aber es scheint so als können Kinder dort zukünftig eigene Internetseiten gestalten.

Dieses Online-Angebot ist sehr ansprechend gestaltet und die Auf- und Verteilung der Inhalte in der Struktur von Gebäuden einer Stadt ist sehr witzig und einladend gemacht. Auch finde ich es sinnvoll, dass nicht nur Informationen dargestellt, sondern die Kinder eingeladen werden mitzugestalten und eigene Kreativität zu entfalten. Es ist ein sehr selbstbestimmtes Lernen möglich.

Allerdings habe ich bei der Unmenge an grafischen Details erst einmal Schwierigkeiten gehabt mich zurecht zu finden und zu erkennen, welche Inhalte insgesamt angeboten werden.   Nach einer Weile habe ich aber bemerkt, dass die Seiten immer wieder gleich aufgebaut sind und der gleichen Struktur folgen. Ich kann mir vorstellen, dass Kinder durch die bunten Bilder eingeladen werden erst einmal munter d’raufloszuklicken, sie vielleicht zuerst vor lauter Bäumen den Wald nicht erkennen, aber sich ihnen dann doch nach und nach die Inhalte erschliessen. Wie an vielen anderen Stellen im Internet müssen die Kinder eine gute Lesekompetenz besitzen.


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Medien und die Sozialisation von Heranwachsenden

12. Oktober 2010
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In der Sozialisationsforschung wird untersucht welche Einflüsse auf die Entwicklung der Menschen und deren Identität wirken. „Menschen sind grundsätzlich durch alles beeinflussbar und dies über das ganze Leben hinweg.“ (aus Theoretische Grundlagen der Mediensozialisationsforschung).

Für Kinder und Jugendliche, die noch weniger festgelegt sind als Erwachsene, sind Bezugspersonen, aber auch die Medien und Medieninhalte wichtige prägende Akteure. Dabei werden Bezugspersonen wie die Familie, die die Gestaltung von Sozialisationsprozessen als eine Zielsetzung haben, und deren Wirkung ein besonders großes Gewicht zugeschrieben wird ,als primäre Sozialisationsinstanz bezeichnet. Medien werden eher als Sozialisationsagenten bezeichnet, da sie keinen expliziten Sozialisationsauftrag oder kein Autoritätsverhältnis zu ihrem meist anonymen Publikum haben. Oder Medien werden in den Bereich tertiärer Sozialisationsinstanzen eingeordnet (s. Hurrelmann 2002) mit einem ähnlichen Wirkungsgrad wie die Gruppe der Gleichaltrigen oder Freizeitorganisationen. Mittlerweile ist die Durchdringung der Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen durch Medien aber so feinmaschig und Medien sind so allgegenwärtig, dass der Stellenwert der Medien im Sinne der Relevanz für den Entwicklungsprozess von Kindern und Jugendlichen als steigend angesehen werden kann.

In der sozialkökologischen Perspektive spielt die soziale Vernetzung eine besondere Rolle. Hier ist die Kommunikation das zentrale Medium und die kommunikative Kompetenz wird als Erfolgsfaktor für ein Gelingen der Sozialisationsprozesse angesehen. Kinder und Jugendliche sind aus diesem Grund auf reichhaltige kommunikative Umwelten angewiesen. Die Medien bieten heute den Menschen neue Möglichkeiten sich kommunikative Umwelten zu erschließen und sich an Kommunikation aktiv zu beteiligen.

Auch aus der kultursoziologischen Perspektive versteht man Sozialisation primär als kommunikatives Handeln (Habermas, 1981) mit dem Ziel der emanzipatorischen Verständigung. Kinder und Jugendliche müssen demnach Fähigkeiten zur Strukturierung und Orientierung des eigenen Handelns erwerben, damit sie in den verschiedenen Lebensbereichen und Kontexten handlungsfähig sind. Dies gilt insbesondere auch im Umgang mit den Medien und für ihren Einfluss, da Medien einen impliziten Einfluss auf den Ein- und Anpassungsprozess der Individuen ausüben und ihm Verhaltensweisen, Einstellungen und auch Wissen vermitteln. (Schorb)

Nach der Primärsozialisation, die fast ausschließlich in der Primärgruppe Familie stattfindet, sinkt der Einfluss der Familie merklich und derer der Peergruppen steigt. In dieser Phase, der Sekundärsozialisation gewinnen Medien besondere Bedeutung. Es scheint gesichert zu sein, dass Medien Leitbilder vermitteln und dass diese, insbesondere wenn sie sich direkt an Kinder und Jugendliche richten, auf deren Identitätsbildung besonders nachhaltig wirken können. Dazu kommt, dass Studien seit den 70er Jahren belegen, dass die Mediennutzung die wichtigste Freizeitbeschäftigung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen darstellt und dass Kinder und Jugendliche Medien mehr und mehr individuell, selbständig und ohne Aufsicht nutzen, sich dort Wissen, Orientierung und Anregung holen und nach Bestätigung suchen. Mit der Konvergenz der Medien entsteht „für die Kinder eine neue „digitale Umwelt“, die noch mehr Funktionen … als zum Beispiel das Fernsehen übernehmen kann: Lernen (auf Abstand), Gruppenkommunikation, Konsum, Spiel, Produktion und Kreativität. Dies ist solange nicht problematisch, solange ein ausgewogenes Verhältnis zu konkreten Erfahrungsformen, wie Mitempfinden mit anderen oder hinreichende Entwicklung einer eigenen Identität in der konkreten sozialen Umgebung, gegeben ist.“ (Mediaculture-Online, Jo Groebel Ergebnisse der UNESCO-Medienstudie und deutscher Untersuchungen)

Kinder und Jugendliche sollten in Bezug auf Mediennutzung und den Einfluss der Medien nicht als reaktives, sondern als aktives Individuum begriffen werden, welches die Fähigkeit zum eigenen gesellschaftlichen Gestalten und Handeln besitzt und nicht durch einen vorgegebenen Handlungsrahmen eingeschränkt werden kann. Eine pädagogische Zielsetzung sollte es demnach nicht sein den Zugang zu den Medien kontrollieren zu wollen, sondern Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen sich in Form aktiver Medienarbeit den selbstverantwortlichen Umgang mit Medien anzueignen, Strukturen und Bedingungen von Kommunikation zu erkennen und zu nutzen und sich mit Medien und deren Inhalte kritisch auseinanderzusetzen.

Da die Primärsozialisation überwiegend in der Familie stattfindet und der Familienalltag auch in der Sekundärsozialisation einen Einfluss auf die Heranwachsenden ausübt, kommt in Bezug auf die Mediensozialisation der Medienkompetenz der Eltern eine besondere Bedeutung zu. Auf der anderen Seite sind die Kinder in der Bedienung der Medien oftmals sehr viel versierter als ihre Eltern, so dass diese nicht in der Lage sind nachzuvollziehen, was ihre Kinder mit Medien tatsächlich tun. Die Medienerziehung durch die Eltern ist oftmals inkonsequent und widersprüchlich, die Eltern scheinen aufgrund fehlender Hilfestellung überfordert. Aus meiner Sicht ist es daher ein wichtiger Ansatz, wenn über Medienbildung nachgedacht wird, mit der Medienbildung der Eltern zu beginnen.


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Brain Drain

6. Oktober 2010
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Ich wüßte gern mehr von dem, was mein Vater wußte.

Der Videobeitrag „Japan- Das Wirtschaftswunder ergraut“ zeigt wie sich ein Land, in denen es immer weniger Kinder und immer mehr ältere Menschen gibt, in allen Facetten auf die alternde Bevölkerung einstellt: im Handel, in der Bildung, im Pflegebereich und in der Wirtschaft. Es werden nicht nur Produkte auf ihre Senioren-Tauglichkeit hin angepasst, sondern es entstehen vollkommen neue Produkte, die den immer stärker werdenden Anteil der Alten an der Bevölkerung Rechnung tragen. So werden die Senioren in Japan als wichtiger Wirtschaftsfaktor entdeckt. Dies gilt auch für die Wirtschaft und Industrie. Hier haben Firmen erkannt wie kostbar ältere Mitarbeiter mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung sind. In der Folge ist die Angst der Unternehmer vor dem Verlust des Wissens gewachsen. Zielsetzung dieser Unternehmen ist es Prozesse zur Wissensbewahrung und Wissensteilung in Kraft zu setzen, die in der Praxis zu einem Erfahrungstransfer führen. Älteren Mitarbeitern, die in Ruhestand treten werden Zeitverträge angeboten, um als Trainer für den Nachwuchs zu fungieren und ihre Wissen und ihre Erfahrung an den Nachwuchs in der Zusammenarbeit weiterzugeben. Beim reinen Wissenstransfer bleibt dies in der Praxis jedoch nicht, in der Zusammenarbeit von älteren Mitarbeitern mit viel Erfahrung und jungen Mitarbeitern, die in neuen Methoden geschult sind und neue Ideen und Ansichten mitbringen entsteht in den meisten Fällen immer auch neues Wissen, neue Fähigkeiten und Ideen, so dass hier auch von Wissensentwicklung gesprochen werden kann.

Der japanische Staat fördert den Prozess der Wissensbewahrung – allerdings mehr aus volksökonomischen Gründen -, in dem er das Rentenalter ab 2013 auf 65 Jahre erhöht und gleichzeitig den Firmen vorschreibt den Ruheständlern ein Angebot zur Weiterbeschäftigung machen zu müssen.

Auch Andere haben den Wert langjähriger Erfahrung erkannt und daraus ein Geschäft entwickelt. Das Angebot ist hier Wissen und Erfahrung von Senioren. Agenturen haben sich die Aufgabe der Wissensidentifikation gestellt mit dem Ziel Rentner und Senioren mit gefragtem Erfahrungsschatz an Firmen zu vermitteln. Für die Firmen stellt dies ein Wissenserwerb von außen dar.

Diese Aufgabe hat sich auch das Portal Erfahrung-Deutschland.de gestellt. Hier werden hochkarätige Spezialisten und Manager mit in Jahrzehnten aufgebauter Erfahrung gesucht (Wissensidentifikation) und an Firmen und Projekten für den Erfahrungstransfer also den Wissenserwerb oder die Nutzung deren Wissens für Problemlösungen  vermittelt.

Auch Bildungseinrichtungen haben die Alterspyramide ins Auge gefasst. Sie haben sich der Wissensverteilung angenommen. Das japanische Silvercollege verfolgt die Grundidee Wissen zu verbreiten, das Wissen der Alten durch Schulungen und Kurse zu ergänzen, sie im Anschluss im Unterrichten auszubilden, damit sie dannt über eigene Kurse ihr Wissen weitergeben.


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Massenmedien – Geheime Miterzieher der Jugend?

17. September 2010
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Die Bewahrpädagogik ist die älteste Methode der Medienpädagogik. Sie nahm in der Vergangenheit eine rein kritische Haltung gegenüber den Medien an und versuchte die Heranwachsenden vor dem schlechten Einfluss der Medien zu beschützen. Dies geschah vor allem durch Prävention und Reglementierung. Schon im Zeitalter des Buches lautete der Vorwurf Jugendlichen würde eine Scheinwelt vorgespielt und der Konsum von Büchern würde zu einem Verlust der Werte führen. Mit Aufkommen des Bewegtbildes kam dazu noch die Kritik, dass die kindliche Phantasie vernichtet würde. Kino wurde Anfang des 20. Jahrhunderts sogar als der gefährlichste Erzieher des Volkes tituliert (Franz Pfemfert, 1911). Jedes neu aufkommende Medium wurde auch in der Nachkriegszeit so erst einmal nur mit Kritik begegnet. Ulrich Beer entwickelte in den 60iger Jahren erzieherische Arbeitshilfen im Umgang mit Medien. In einer davon schreibt er über die Macht und die Wirkung der Massenmedien. Er nennt sie „die geheimen Miterzieher der Jugend“. Aus seiner Sicht führt der Einfluß der Massenmedien zu sowohl physischer als auch psychischer Gefährdung der Konsumenten insbesondere der Jugend. Der Konsum von Massenmedien führe zu Bewegungsmangel, aber auch zu geistiger Passivität, zu Nervösität und Überreiztheit und zur körperlichen Frühreife, während die charakterliche, emotionale Entwicklung zurückbliebe. Dazu kämen ein verfälschtes Weltbild durch die ständige Präsentation von stilisierten Vorbildern, einer verkitschten Gefühlswelt, und einer Gesellschaft und Umwelt, die nur aus Extremen besteht – entweder ist etwas schön, gut und edel oder schlecht, hässlich, und verroht. Die Werte würden durch die Massenmedien umgewertet. Es regiere das Äußerliche, zwischenmenschliche Beziehung wird auf Kitsch und Sexualität reduziert und Gewalt in der Gesellschaft würde kultiviert. Allein dadurch, dass sich Erzieher die Wirkung der geheimen Miterzieher verdeutlichen, gäbe man sich die Chance diese zu überwinden. Er nimmt dabei aber nicht eine reine „Bewahr“-Haltung an, sondern erkennt, dass dem Einfluss der Massenmedien nicht aus dem Weg gegangen werden kann, sondern sich mit ihnen auseinander gesetzt werden muss. Pädagogische Möglichkeiten sieht er in der Aufklärung der Erwachsenen, den sie gäben mit ihrem Konsumverhalten das persönliche Beispiel für die Jugendlichen, und in aufklärenden Gesprächen mit den Jugendlichen selbst. Als eine einfache und wichtige Methode nennt er hier den Vergleich zwischen primitiver und guter Literatur und schlägt vor Stellen aus primitiven Büchern (Comics, Schundroman) und guter Literatur und Dichtung im Wechsel zu lesen und sie auf sich wirken zu lassen. Eine Chance im Umgang mit Massenmedien sieht er in der aktiven Verarbeitung des Materials. Das Hinführen von der bloßen Rezeption zur eigenen Gestaltung führt aus der Passivität heraus hin zu Kreativität und schöpferischer Tätigkeit. Er führt hierzu die Beispiele an vom Konsum der Illustrierten zur Montage, vom Rundfunkhören zu eigenen Tonbandaufnahmen. Vom Bilder anschauen zum Fotografieren und Filmen. Herr Beer strebt demnach eine Entwicklung der Jugendlichen von reinen Konsum der Massenmedien zum aktiven Umgang und Gestalten mit Medien an. Die Gefährdungen, die Herr Beer im Konsum der Massenmedien sieht, kann ich durchaus nachvollziehen. Fragt man heue Gymnastik- oder Turnlehrer, dann bestätigen diese aus eigener Erfahrung, dass heute Kinder viel größere Probleme mit der Motorik und Kondition haben als früher. Ist der Körper bei Fernsehschauen sehr passiv, das Gehirn ist es nicht. Ich kann bei meinen eigenen Kindern immer wieder feststellen, wie erregt und überdreht sie nach dem Sitzen vor dem Fernsehen sind. Auf der anderen Seite beflügeln manche Fernsehsendungen die Kinder in ihrer Phantasie im Rollenspiel,und sie toben nach dem passiven Konsum um so mehr durch die Landschaft. Werbung wird gemeinhin auch sehr gerne von Ihnen angeschaut , weil es ihnen Spaß macht sich vorzustellen, was man alles haben könnte. Schon im Grundschulalter entwickelte sich aber die Erkenntnis dafür, was Werbung eigentlich ist und warum sie angeboten wird und das fast ohne das Zutun eines Erziehers. Ich denke es gibt im Fernsehen und Radio aber auch durchaus und auch schon seit vielen Jahren Sendungen, die wenig gefährdend aber sehr interessant Inhalte für Kinder aufbereiten, sondern auf kindgerechte Weise die Welt erklären. Ich denke da an viele Sendungen des öffentlich, rechtlichen Rundfunks vorne an „Die Sendung mit der Maus“. Die neuen Medien rund um das Internet bieten heute darüber hinaus sehr viel mehr Möglichkeiten der Gestaltung, sich auszudrücken, zu kommunizieren, führen aus der Passivität heraus. Die Bewegungsarmut allerdings bleibt. Die Methoden, die Herr Beer anführt, führen dazu, dass Heranwachsende nicht dem Medienkonsum überlassen werden, sondern sich mit ihnen gemeinsam darüber auseinandergesetzt wird. Das finde ich an sich sehr vernünftig. Die Methoden und die Beispiele, die er aufzeigt, sind aus meiner Sicht allerdings etwas überarbeitungswürdig.


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Die neue Kulturtechnik „Information Literacy“

14. September 2010
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In einem Beitrag zu Mediaculture online betrachtet Professor Dr. Hans Kübler das Feld der Medienpädagogik und deren wechselnde Zielsetzungen. Er setzt sich mit der Diskussion um den Begriff der „Medienbildung“ auseinander und analysiert potentielle Inhalte und Ziele zwischen der Begegnung einer „Medienverwahrlosung“ und der Informationsdidaktik (information literacy).  Der Autor stellt dar, daß sich Lernziele im Bereich der Medienpädagogik in der Vergangenheit, nach dem Überwinden der reinen Bewahrpädagogik,  an der Ausbildung von technischen Fertigkeiten  und einem technischen Verständnis im Umgang mit dem Computer orientierten. Heute läge die Betonung zwar stärker auf den Anwendungsbezug, aber es werden dennoch überwiegend Bedienfertigkeiten gelehrt. Andere Medien, z.B. der Umgang mit den Massenmedien, würden in der Medienbildung weitestgehend getrennt davon behandelt.  Ein schlüssiger, umfassender in die allgemeinbildenden Fächer integrierter Lehrplan für alle Medien und alle Schulformen existiere nicht oder nur in separierten Bruchstücken. Die Ausbildung von Bedienfertigkeiten würden zu dem noch durch die rasante Weiterentwicklung der Benutzer-schnittstellen zu intuitiven,  intelligenten Bedienoberflächen an Wert und Nachhaltigkeit verlieren. Was bliebe dann noch zu lehren und lernen? Mit der sich entwickelnden Werschätzung und Nachfrage von Wissen und Wissensträgern in der Gesellschaft könnte, so der Autor, die Informationsdidaktik als Übersetzung von „information literacy“ die Lücke füllen. Die Medienbildung orientiere sich dabei an der Vermittlung von Fähigkeiten im Umfang mit der Informationsflut. „information literacy“ beschreibt das Vermögen zu erkennen, wann welche Art von Informationen benötigt werden und die Fähigkeit benötigte Informationen zu finden, zu bewerten und sie effektiv zu verwenden. Dabei sind die Informationsquellen nicht auf die technischen beschränkt, sondern diese Betrachtung schließt alle verfügbaren Arten von Quellen (technische Medien, Printmedien, Experten, Organisationen) ein. Der Autor stellt sich daraufhin sofort die Frage, was information literacy dann aber noch von Allgemeinbildung unterscheidet, ob diese nicht zumindest eine Basiskompetenz für alle Bildungsbereiche sei, weil sie die Fähigkeit zum Lernen selbst darstellt, und er  schliesst daraus, dass Medienbildung doch dann wohl nur ein Teil von information literacy sei.

Der Autor sieht die Medienbildung selbst im Kreis drehend  und meint nur dadurch den Kreis durchbrechen zu können, wenn Bildungs- und Lernziele nicht in Abhängigkeit technischer oder ökonomischer Gegebenheiten entworfen werden,  sondern allenfalls vor dem Hintergrund dieser Gegebenheiten, jedoch beim Menschen selbst beginnend.

Wenn ich den Autor so richtig verstanden habe, dann stimme ich ihm zu, dass information literacy
-in der Moderne ein wichtiger Bestandteil der Allgemeinbildung sein sollte, weil sie grundlegende Fertigkeiten mitbringt, das eigene Lernen zu organisieren, – und sicherlich auch diesen Querschnittscharakter hat, weil sich informieren, Informiertheit und die Handhabung von  Informationen und Informationsquellen nicht der Selbstbefriedigung dienen sollte (bei manchen Menschen mag das wohl so sein), also ich meine keinen Selbstzweck erfüllt, sondern für das Weiterkommen in Situationen, Aufgaben und Problemstellungen benötigt werden, die unabhängig von ihr existieren.

Ich stimme auch zu, dass Medienbildung nur einen Teil zu diesen Kompetenzen beisteuert, nämlich dann, wenn es um den Zugriff auf, die Darstellung, die Handhabung und die Bewertung von Informationen geht, die über technische, mediale Quellen bereitgestellt werden. Also der Begriff Medienbildung ist hier sicherlich nicht deckungsgleich, aber auch aus dem Grunde nicht, weil Medienbildung in meinen Augen auch noch mehr als information literacy ist. Medienbildung umfasst neben den instrumentellen Kompetenzen und dem strukturellen Verstehen , die meines Erachtens weiterhin von Wichtigkeit bleiben wird, auch wenn sie vielleicht in ihrer Ausprägung immer wieder den neuen technischen Gegebenheiten angepasst werden müssen – das ist meiner Meinung nach eine Problematik der Lehrplanentwicklung und des Lehrplan-Managements, die dem technischen Fortschritt hinterherhinken – doch auch die Ausbildung der Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeiten mit medialen Instrumentender und insbesondere die auditive und visuelle Genußfähigkeit bei der Medienrezeption, gerade in der heutigen Zeit, in der es von allen Seiten auf uns einprasselt.  Letztere halte ich für einen wichtigen Bildungsbereich der Medienbildung, bei dem wir in der Tat wieder beim Menschen selbst sind, und der heute meines Erachtens noch gar oder nur sehr rudimentär in der Diskussion steht. Ich meine die Medienpädagogik hat in dem genannten Umfeld noch genügend Aufgaben, die noch nicht befriedigend gelöst und systematisiert sind – der Autor sprach z.B. auch den schlüssigen Lehrplan an, so dass ich meine, dass es keiner Neuinterpretation Bedarf. Vielleicht kann sich die Wissenschaft mehr mit Konzepten und Strategien für eine systematische Umsetzung, die mit der Entwicklung Schritt halten kann, beschäftigen und nicht versuchen den Bildungsverantwortlichen, -organisationen und -einrichtungen vorne wegzulaufen.


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Produktion von Kunst, Kunstprodukte

28. August 2010
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Ein fiktiver Bericht der CologneCityNews:

Vergangenen Donnerstag gab es im Kulturzentrum im Rahmen der Medien-Kulturtage eine Diskussionsrunde zum Thema „Das Kunstwerk im Zeitalter des Internets“. Mit besonderem Interesse wurde die Diskussion zwischen der kanadischen Medienpädagogin Kim Meckluhen, dem bekanntesten deutschen Mashup-Künstler Benny Tilller und dem Philosoph und Literaturkritiker Benjamin Walter verfolgt. Benjamin Walter vertritt die Meinung, dass die Produkte der technischen Reproduktion, zu denen er auch Mashup-Werke zählt, die Originale in ihrer Einmaligkeit entwerten. Für Benjamin Walter bestechen traditionelle, handwerklich gestaltete Kunstwerke insbesondere durch Ihre Originalität, Einmaligkeit und Echtheit – er nennt es Aura. Kunst, die dagegen maschinell entsteht, kann in vielen Ausführungen überall sein. Das Internet verstärkt die Möglichkeiten der technischen Reproduktion als dass dieses die Digitalisierung von Kunstwerken beflügelt hat und einen fast unbegrenzten Zugriff auf Musik, Bilder und Literatur erlaubt. Darüber hinaus stellt es Werkzeuge zur Verfügung, mit Hilfe derer ein jeder Benutzer Werke vervielfältigen, verändern und manipulieren kann. Das Kunstwerk wird durch die technischen Produktionsmöglichkeiten zur Massenware und begegnet dem Betrachter überall. Er äußert Verständnis für Diejenigen, die sich für den Schutz des Urheberrechts, bzw. das Recht der Künstler der Originalideen stark machen.

Dagegen argumentiert der Medienpädagoge Kim, dass es das Internet und Web 2.0 ganz neue Möglichkeiten der Partizipation an Kunst und Kunstwerken bietet. Das von Künstlern Erschaffene kann nun von allen Benutzern sinnlich erfasst werden. Eine Diskussion der Kunstwerke ist über alle Internetteilnehmer hinweg möglich und die Medientechnik bietet die Möglichkeiten Kunstwerke in einem ganz neuen Zusammenhang zu sehen. Die Möglichkeiten moderner Medientechnik haben nicht nur die Jugendkultur verändert, sie revolutionieren auch die Vermittlung von kulturellen und pädagogischen Inhalten.

Der Mashup-Künstler Benny Tilller sieht das so: „Mit MashUps konservieren wir Bestehendes, damit daraus etwas Neues, Kreatives entsteht. MashUps gibt es nicht nur in der Musik – auch in Literatur, Kunst und Film werden derartige Collage-Techniken verwendet. Die schnell voranschreitende Digitalisierung des benötigten Rohmaterials spielt den MashUp-Künstlern dabei in die Arme und bietet viel kreativen Freiraum für Experimente. Ob man es nun Kunst nennen will oder nicht, spielt für uns keine Rolle. Wir sind Kreative und unsere Produktionen werden geschätzt und erfahren wachsendes Interesse. Häufig haben die Künstler der Originalen überhaupt keine Problem mit der Weiterverarbeitung ihres Materials, sondern es sind eher Diejenigen, die an den Rechten wirtschaftlich interessiert sind.“  Im Laufe der Diskussion entwickelte sich der gemeinsame Gedanke, dass die technischen Möglichkeiten im Zeitalter des Internets es nicht nur den kunsthandwerklich begabten, sondern  auch den technisch Geübten erlaubt kreativ gestalterisch tätig zu sein. Benjamin Walter bemerkte noch, dass das Interesse am Mashup Genre als quasi Vernetzung von Kunstwerken den globalen Trend zur immer stärkeren Vernetzung von Menschen und Organisationen widerspiegelt.


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Staplerfahrer Klaus oder Mr. Einzelhandel

In unserer Studiengruppe mussten wir uns mit dem Thema Medienproduktion auseinander setzen. Als Gruppenaufgabe hatten wir die Aufgaben zu überlegen wie die Elemente Text, Bild, Ton und Video didaktisch sinnvoll in einem WBT für den Einzelhandel eingesetzt werden könnten. Das Thema des WBT lautet „Wie man ein Beratungsgespräch optimal strukturiert?“.

Das Schöne war, dass die Aufgabe vor gab, dass ein umfangreiches Budget zur Verfügung steht, und wir uns somit nicht mit Budgetfragen auseinander setzen mussten, sondern unseren Wünschen freien Lauf lassen konnten. So war auch meiner Meinung nach unsere Kreativität sehr gross.

Es gab allerdings Diskussionen darum, dass wir eigentlich das Szenario erst noch einmal ganz von vorne didaktisch analysieren müssten – also, Lernziele, Lerninhalte und Methoden u.s.w detailliert festlegen, um das Mediendesign auch richtig didaktisch begründen zu können. Die Angaben in der Aufgabenstellung waren uns dafür eigentlich zu dünn. Auf der anderen Seite hätte dies aber unseren Zeitrahmen gesprengt und wir haben daher uns ein bisschen zwischendurch gemogelt.

Mit hat gut gefallen, dass wir dennoch unseren Medieneinsatz gut begründen konnten. Da es sich bei einem Beratungsgespräch um einen Prozess handelt, fanden wir das Element Video am Besten geeignet um die Inhalte zum Lernenden zu transportieren. Zur Aktivierung des Lernenden haben wir uns entschlossen das WBT mit einem „schlechten Beispiel“ zu starten und den Lernenden gleich zu Beginn mit der Fragestellung zu konfrontieren, was aus seiner Sicht in diesem Beratungsgespräch hätte anders gemacht werden müssen. Dies sollte als Motivation dienen im weiteren Verlauf alles über ein optimal strukturiertes Beratungsgespräch zu erfahren. Für den Transfer der Lerninhalte haben wir uns aus dem gleichen Grund auch für Videosequenzen und kurze Comic-Animationen  als „gute Beispiele“ entschieden. Zur besseren Einprägung und Betonung des Wesentlichen setzen wir zwischendurch Text als Zusammenfassungen mit Aufzählungscharakter ein, dann aber auch immer in der gesprochenen Form. Mit Bildern arbeiten wir nur zum Schmuck und zur Stimmungsvermittlung im Start- und Abschlußbildschirm.

Das Senarion gefällt mir insgesamt. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob mir persönlich die Mischung aus Videosequenzen und Animation nicht doch etwas zu bunt ist. Ich selbst hätte wahrscheinlich nur auf Videosequenzen und gesprochenem Begleittext und die erwähnten Zusammenfassungen gesetzt. Das hätte für mich das WBT vereinfacht und in der Struktur durchgängiger gemacht. Allerdings kann man dies auch von der Seite betrachten, dass gerade aufgrund der Vielfalt sich unterschiedliche Lerntypen angezogen fühlen – nach dem Motto „für jeden etwas dabei…“.


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Fertig! und jetzt?

23. Februar 2010
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Für den Elternverein, der die Kindertagesstätte betreibt, in der meine Kinder betreut werden, habe ich vor vier Jahren einen Internetauftritt entwickelt. Ich gehöre zum Vorstand des Vereins und habe angeboten dieses Projekt verantwortlich durchzuführen. http://www.villa-loewenzahn-roesrath.de/ .  Ähnlich wie in der Fallstudie, die wir im Studium bearbeiten, hat es auch hier ein Team gegeben, dass sich teilweise aus Vorständen zusammensetzte und auch hier hat es zeitliche Verzögerungen gegeben, weil die Inhalte nicht wie geplant erstellt und übergeben wurden. Allerdings hat dies nicht zu Konflikten geführt, weil es keine äusseren Terminzwänge gab. Ähnlich wie im vorgegebenen Fall, habe auch ich den überwiegenden Teil der Inhalte selbst geschrieben und in den Korrekturläufen sehr wenig Feedback erhalten. Allerdings war den Beteiligten im Vorstand und dem Erzieherinnen-Team der Tagesstätte klar, dass sie ihrer Verantwortung nicht richtig nachkamen. So wurden zeitlichen Verschiebungen und auch den Arbeitsergebnissen zugestimmt. Wir haben einen Pilotauftritt erstellt und dann  im weiteren Verlauf nach und nach überarbeitet. Nach Freigabe und Life-Gehen des Auftrittes war das Projekt abgeschlossen. Die im Anschluss notwendige Pflege und Wartung ist eine wiederkehrende Tätigkeit und sollte nicht als Projekt verstanden werden. Bei uns schlägt sich das vorwiegend in kleineren Anpassungen an den Inhalten nieder, z.B. neue Termine, Photos, Beitragstabellen einstellen, Sicherungen, etc. Nur grössere Änderungen, die im Laufe der Zeit an der Homepage erfolgen, wird man typischerweise wieder als Projekt aufsetzen.
Für eine weitere Zusammenarbeit derjenigen, die am Projekt beteiligt waren, ist es wichtig noch einmal gemeinsam das beendete Projekt zu reflektieren und zu besprechen, wie zukünftig aufgetretene Schwierigkeiten vermieden werden sollen.
Bei der Übergabe in Pflege und Wartung sollte nach meiner Erfahrung auch folgendes beachtet werden;
– es ist notwendig, dass der Internetauftritt ordentlich dokumentiert ist. Insbesondere dann, wenn sich die Verantwortung für die Pflege ändert oder wenn ein nächstes Projekt aufgesetzt werden soll, müssen die Informationen zur bestehenden Umgebung vorliegen.
– im Vorstand sollte besprochen werden, welche Aufgaben zur Pflege und Wartung des Internetauftritts gehören (z.B. Inhalte anpassen) und welche nicht (z.B. eMails beantworten) .
– es muss vereinbart werden, in wie weit Änderungen ohne vorherige Abstimmung im Vorstand gemacht werden können und welche Arten von Änderungen erst vom Vorstand freigegeben werden müssen.
– der Erwartung, dass quasi auf Zuruf geändert werden kann, sollte im Vorfeld begegnet werden. Es müssen zeitliche Vorgaben gemacht werden, wann Pflege und Wartung erfolgen kann und welcher Vorlauf für Pflegemassnahmen benötigt werden. Hier kann zum Beispiel abgestimmt werden, dass Änderungen an Inhalten in quartalsmäßigem Rhythmus gesammelt und dann in einem Update zur Verfügung gestellt werden. Es kann aber auch notwendig sein ausgewählte Inhalte, z.B. Temine, monatlich neu einzustellen. Dazu muss vereinbart werden, dass Änderungsbedarf bis zu einem bestimmten Stichtag vorliegt.
– Für Änderungen, die im Rahmen eines neuen Projektes erfolgen, sollte erst wieder ein Konzept erarbeitet und im Vorstand besprochen und freigegeben werden und eine neue Projektplanung erfolgen.


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