Ich habe mir das Online-Learning Tool Game Scripts http://home.eduhi.at/teacher/wuerthinger/gamescript/index.php?n1=index angeschaut, dass von einem 16-jährigen entwickelt wurde, damit Anwender „ohne Vorkenntnisse in Java, Java Script, C, C++” mittels der von ihm erfundenen, einfachen Programmiersprache Game Script und einem dazu gestalteten Tutorial das „Programmieren erlernen.
Eigentlich fehlen mir die Hintergründe um die Qualität dieses Tools aus mediendidaktischer Sicht wirklich zu beurteilen, weil mir Rahmenbedingungen und Kontext nicht bekannt sind und der Anspruch des Tools unklar ist. So ist weder das Lernziel genauer spezifiziert, also wie weit und mit welcher Zielsetzung soll die Programmierung erlernt werden noch ist die Zielgruppe bestimmt, für die das Online-Tool erstellt wurde. Bei der weiteren Beurteilung nehme ich mit ziemlicher Sicherheit an,
Bei der Beurteilung fällt es mir schwer kritisch zu sein, weil ich es einfach toll finde und beeindruckt bin, wie Jugendliche seines Alters nicht nur am Computer spielen, chatten und surfen, sondern auch selber produzieren und ihre Produkte im Internet bereitstellen.
Ich finde es sehr kreativ ein Tuturial zu entwickeln, bei dem das Gelernte im gleichen Fenster direkt in einer Entwicklungsumgebung in Form eigener Programmierschritte umgesetzt werden und das Lernergebnis kontrolliert werden kann. Zu Beginn wird eine kurze Lerninformation gegeben, die vielleicht etwas sehr reduziert ausgefallen ist, aber sicherlich in der Kürze und im Ausdruck den Charakter von Jugendlichen trifft. Durch den Einsatz einer vereinfachten Programmiersprache und der Konzentration auf die wesentlichen Strukturelemente der Programmierung hat er den Lernstoff für diese Lerneinheit in kluger Weise didaktisch reduziert. Das Tutorial ist übersichtlich aufgebaut und auch von der Länge her passend, dass man es in einem Zuge durcharbeiten kann. Mir ist unklar, ob die genutzten Begriffe jedem Anwender geläufig sind. Jemand der tatsächlich überhaupt keinen Kontakt mit Programmierung hat es vielleicht schwer. Die kreative Verbindung von Lernmaterial und Lernaufgaben mittels der Entwicklungsumgebung motiviert zum Weitermachen und hilft bei der Orientierung und Lernkontrolle. Weiterführende Aufgaben dienen der Vertiefung. Kreativ finde ich auch die Spielesammlung, die sehr spielerisch Aufgaben zur Vertiefung bereithält, in dem sie den Anwender unterstützt einen Computerspieler zu programmieren, gegen den angetreten werden kann. Der Entwickler hat auch daran gedacht unter Links auf viele nützliche weiterführende Materialsammlungen zu den echten Programmiersprachen um Java und C/++ zu verweisen. Kommunikationsmöglichkeiten und Unterstützungsfunktionen gibt es keine, sie haben mir bei der Durchführung allerdings auch nicht gefehlt. Der Autor stellt eine eMail-Adresse zur Verfügung und fordert zu Kommentaren, Wünschen und Anregungen auf. Ich habe nicht getestet, ob auch eine Response kommt.
…zu meiner Schulzeit häufig dann angeführt, wenn es besonders langweilig wurde und der Nullpunkt bezügl. Lernfreude erreicht war.
Richtungsweisend für unser heutiges Lernen erscheint mir die Zielsetzung von Comenius in Bezug auf Erhöhung von Effizienz und Effektivität in der Unterrichtsweise und sein Eintreten für ein gutes Schul- und Lernklima und die Freude am Lernen.
Das Versprechen von Comenius an die Leser dazu:
…und zwar zuverlässig zu lehren, so daß der Erfolg nicht ausbleiben kann; und rasch zu lehren, ohne Beschwerde und Verdruß für Lehrer oder Schüler, vielmehr zu beider größtem Vergnügen…”
Auch die Erwartung hinsichtlich des Prinzips der Anschaulichkeit und der Bezug des Lernens zur Lebenswelt der Kinder sehe ich nach wie vor als aktuell an.
“Die Bildung des Menschen kann am besten – und muß deshalb auch – im frühsten Alter vorgenommen werden.”
Auch heute ein aktuelles Thema, wenn man bedenkt, dass die Kindergärten in NRW seit wenigen Jahren Bildungskonzepte erarbeiten und umsetzen müssen.